Type Magazine: Neues Bundeswehrmedium ist online

Neues Bundeswehrmedium ist online

In etwa 80 Mannschafts- und Offizierheimen gibt es sie bereits: Flachbildfernseher des bwinfonet. Der gleichnamige gemeinnützige Verein will damit die soziale und persönliche Kommunikation der MitarbeiterInnen der Bundeswehr unterstützen. Denn neben Gulasch und Kartoffeln werden den Gästen in den Restaurants der Bundeswehr gleichzeitig auch Kurznachrichten aus aller Welt, der Region und der Bundeswehr serviert. Seit einigen Tagen gibt es auch das passende Onlineportal (www.bw-infonet.de) dazu.

Unterhaltung beim Mittagessen
Im Mannschaftsheim in der Berliner Julius-Leber-Kaserne sitzen Grüppchen von Soldaten an mehreren Tischen. Unteroffiziere, Mannschaften aber auch Offiziere verbringen hier ihre Mittagspause. An der Wand flimmert ein 42 Zoll Flachbildfernseher. In schnellem Wechsel sind aktuelle Nachrichten aus aller Welt, sowie Bundeswehrnachrichten zu sehen. Auf dem Monitor erscheint links jeweils ein Foto und rechts daneben ein kurzer Textabsatz. Einer der Soldaten meint: „Das finde ich interessant. So erhalte ich ganz kurze Informationen darüber was gerade abgeht. Auch in den Einsätzen“

Nutzer erkennen den Mehrwert
Man kennt solche Systeme aus der U-Bahn in Berlin, Hamburg oder München. Doch der Unterschied ist der User-generated-Content. Edgar Hoffmann, Leiter vom Mannschaftsheim in der Berliner Julius-Leber-Kaserne hat bisher sehr gute Erfahrungen mit dem System gemacht. Er nutzt es selbst intensiv und gestaltet seine Bildschirminhalte jede Woche neu. „Neulich stellte ein Soldat sein Auto in das System. Innerhalb von zwei Tagen hatte er es verkauft. Das ist eine tolle Sache.“
Doch auch Hinweise auf interessante Hobbies, Berichte von Tagen der offenen Tür oder Veranstaltungen im Bundeswehrumfeld nimmt die Redaktion gern entgegen.

User generated content
Hauptmann Markus Schlenker informierte so beispielsweise die bwinfonet Redaktion im Vorfeld seines Besuches einer großen Modellbauausstellung in Holzminden. Er sagt: „Keine 15 Minuten nachdem ich bei der Redaktion angerufen hatte, flimmerten die entsprechenden Infos über die Bildschirme. Das ging sehr schnell. Da war ich überrascht.“ So konnte der Veranstalter der Modellbauausstellung, Stabsfeldwebel Helmut Duntemann, zugunsten der Deutschen Kinderkrebshilfe spontan über zehn neue Aussteller gewinnen. Natürlich kann nicht jeder Beitrag veröffentlicht werden. Die Redaktion stellt beispielsweise keine anstößigen oder politischen Inhalte in die bwinfonet Medien ein.

Internetplattform
Ergänzend zu den Bildschirmsystemen ist die bwinfonet Website seit mehreren Tagen online (www.bw-infonet.de). Hier werden die Bildschirminhalte vertiefend dargestellt. Zunächst ist die Seite wie ein Magazin aufgebaut. Es gibt sechs zentrale Rubriken: Familie, Durchblick, Lifestyle, Beruf, Bundeswehr, Nachrichten. Dadurch wird schnell der Fokus deutlich. Bwinfonet kommuniziert im Schwerpunkt soziale Themen rund um die Truppe. Der Mensch in der Uniform ist den Machern von bwinfonet wichtig. Beiträge über die Sicherheitslage in Afghanistan und Panzerschießübungen in Munster Nord haben eher nachrangige Bedeutung. Künftig sollen noch weitere Features auf der Website folgen: E-Mail, Communitybereich, Foren etc.

Feedback der Nutzer wichtig
Die Aktivitäten von bwinfonet e.V. sind stark feedbackorientiert. Denn bwinfonet führte Umfragen unter den MitarbeiterInnen der Bundeswehr durch, organisierte Workshops und erhielt Tipps von Kommunikationsexperten bevor er mit den Bildschirmen und der Website an den Start ging. Dass es überall Verbesserungsmöglichkeiten gibt, davon ist bwinfonet überzeugt. Deshalb gibt es sogleich eine kleine Onlineumfrage beim Start der Website. So sollen die Teilnehmer folgende Fragen zum Onlineauftritt beantworten: „Wie finden Sie die Übersichtlichkeit? Was halten Sie von der Struktur? Wie bewerten Sie den Inhalt?“ Außerdem können die Nutzer ihre Meinung in einer freien Beschreibung mitteilen. Nur dadurch ist ein permanenter Verbesserungsprozess möglich.

[Thomas Brackmann]